Tagesgeld oder Sparbuch?

Tagesgeld und Sparbuch unterscheiden sich nur in zwei Punkten grundlegend: dem Zinssatz und der Handhabung.

Ansonsten basieren sie auf dem gleichen Prinzip, das dem Kunden erlaubt, sein Geld verzinst anzulegen und jederzeit darüber zu verfügen. Das macht beide Modelle, den Klassiker unter den Anlageformen und das Tagesgeldkonto, zur ersten Wahl für Sparer, die sich nicht auf lange Laufzeiten, Mindestanlagebeträge oder die Verpflichtung, regelmäßig eine feste Summe anzulegen, einlassen wollen.

Die bessere Rendite verspricht das Tagesgeldkonto. Aktuell (Stand November 2008) sind mit Tagesgeld zwischen 3,25 Prozent Zinsen pro Jahr und – zumindest für einen begrenzten Zeitraum – über 5,0 Prozent Zinsen pro Jahr möglich.
Beim Sparbuch wiederum liegt der Zinssatz deutlich tiefer und ist, nimmt man es genau, nicht der Rede wert. Selbst Sparbücher, die mit einem variablen Zinssatz arbeiten, schaffen es nicht, auch nur ansatzweise den Tagesgeldzins zu erreichen.


 

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In punkto Flexibilität lassen sich sowohl das Sparbuch als auch das Tagesgeldkonto auf einer Stufe ansiedeln.
Die Mindestanlage beträgt bei beiden in der Regel einen Euro. Wie viel und wie oft Geld eingezahlt wird, kann der Kunde frei entscheiden und von der persönlichen finanziellen Lage abhängig machen. Über das angesparte Kapital lässt sich jederzeit verfügen.
Einige Kreditinstitute legen für das Sparbuch allerdings Höchstsummen fest, die binnen eines Monats abgehoben werden dürfen. Daher muss das Sparbuch nur leichte Abstriche in Kauf nehmen.

Die Handhabung von Sparbuch und Tagesgeld hat sich in den vergangenen Jahren ein wenig angeglichen. Gab es früher nur das Sparbuch in klassischer Form, als kleines Heft, in dem jede Transaktion vermerkt und am Jahresende die Zinsen gutgeschrieben wurden, arbeiten die meisten Banken inzwischen mit so genannten Sparcards. Sie gleichen einer EC-Karte und können am Geldautomaten genutzt werden.

Wenn das Kreditinstitut Onlinebanking anbietet, können darüber auch Einzahlungen auf das Sparbuch vorgenommen werden, in Form einer Überweisung vom laufenden Konto. Ansonsten muss man zur Bank gehen und das Geld bar einzahlen.
Die Kontobewegungen lassen sich später anhand der Kontoauszüge ablesen. Ähnlich verhält es sich beim Tagesgeldkonto, das allerdings fast ausschließlich online geführt wird. Für Ein- und Auszahlungen wird ein Referenzkonto benötigt, wodurch sich entsprechend der Banklaufzeiten Wartezeiten von zwei bis drei Tagen ergeben, ehe man über das Geld verfügen kann.

Da Sparbuch und Tagesgeldkonto sehr sicher sind – sofern sie bei einem Institut geführt werden, das einem deutschen Einlagensicherungssystem angehört – und auch sonst kaum Unterschiede aufweisen, bleibt letztlich der Zinssatz als ausschlaggebendes Kriterium.

Tagesgeld ist moderner und bietet Kunden mehr Rendite, setzt allerdings voraus, dass man seine Bankgeschäfte per Internet oder notfalls per Telefon erledigen kann und möchte. Gerade für ältere Bankkunden ist daher das Sparbuch vermutlich besser geeignet. Sonst gilt ganz klar und wird auch von den Verbraucherzentralen betont: Das Geld ist besser auf einem Tagesgeldkonto aufgehoben.

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